Der neue britische Regierungschef will den Brexit nicht rückgängig machen, erkennt aber an, dass die Zukunft des Vereinigten Königreichs nicht abseits von Europa aufgebaut werden kann...
Als die Briten 2016 für den Brexit stimmten, glaubten Millionen, das Vereinigte Königreich würde in eine neue Ära eintreten. Das Versprechen war verlockend: mehr Souveränität, mehr Kontrolle über die Grenzen, mehr wirtschaftliche Freiheit und eine noch stärkere Rolle in der Welt. Der Slogan „Global Britain“ wurde zum Symbol eines Landes, das sich von der Brüsseler Bürokratie befreien und auf die Weltbühne zurückkehren würde – und zwar aus eigener Kraft.
Heute, ein Jahrzehnt später, steht diese Vision vor ihrer härtesten Bewährungsprobe: der Realität.
Großbritannien zählt weiterhin zu den größten Volkswirtschaften der Welt, ist eine Atommacht, ein wichtiges NATO-Mitglied und eines der bedeutendsten globalen Finanzzentren. Niemand stellt sein internationales Gewicht in Frage. Dennoch räumen immer mehr Stimmen in der britischen Politik ein, dass der Austritt aus der Europäischen Union die den Wählern versprochenen Vorteile nicht gebracht hat.
In diesem politischen Klima sticht Andy Burnham hervor. Er will den Brexit nicht rückgängig machen und spricht nicht von einer sofortigen Rückkehr zur Europäischen Union. Im Gegenteil, er respektiert das Ergebnis des Referendums. Seine Botschaft ist jedoch bedeutsam: Großbritannien muss die Beziehungen zu Europa neu gestalten, denn die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lassen sich nicht isoliert bewältigen.
Dies ist keine geringfügige rhetorische Verschiebung. Es ist ein Signal dafür, dass ein pragmatischerer Ansatz gegenüber Europa auch in der britischen Politik an Bedeutung gewinnt.
Der Krieg in der Ukraine, die Spannungen mit Russland, der technologische Wettbewerb mit China, die Energieunsicherheit und die Fragmentierung der Weltwirtschaft haben gezeigt, dass Macht nicht allein an formaler Souveränität gemessen wird. Sie bemisst sich vielmehr an der Fähigkeit, Allianzen zu schmieden, Entscheidungsprozesse zu beeinflussen und Teil jener Blöcke zu sein, die die Regeln der internationalen Wirtschaft und Sicherheit definieren.
In diesem Sinne stellt Europa keine Einschränkung für Großbritannien dar. Es ist vielmehr ein Raum, in dem Großbritannien seinen Einfluss vervielfachen kann.
Eine nachhaltige europäische Sicherheitsarchitektur ohne London ist schwer vorstellbar. Ebenso schwer vorstellbar ist es, dass Großbritannien maximalen Einfluss auf dem Kontinent erlangen kann, indem es sich politisch von seinen engsten Partnern fernhält.
Das heißt nicht, dass die Mitgliedschaft in der Europäischen Union die einzige Lösung ist oder dass eine Rückkehr unmittelbar bevorsteht. Die Debatte ist weitaus komplexer. Doch eines wird immer deutlicher: Der Brexit hat weder die Geografie, die Geschichte noch die strategischen Interessen des Vereinigten Königreichs verändert.
Für den Westbalkan ist dies von besonderer Bedeutung. Ein engagiertes Großbritannien in Europa bedeutet mehr Koordinierung mit der Europäischen Union in Sicherheitsfragen, stärkere Unterstützung der euro-atlantischen Erweiterung und ein entschlosseneres Vorgehen gegen Akteure, die die Region destabilisieren wollen. Albanien, Kosovo und andere Balkanländer haben ein Interesse daran, dass London weiterhin eine aktive Rolle in der europäischen Politik- und Sicherheitsarchitektur spielt.
Andy Burnham verkündet nicht das Ende des Brexit. Aber er scheint das Ende einer großen Illusion anzudeuten: der Vorstellung, dass Großbritannien in einer zunehmend vernetzten Welt allein bestehen kann.
Großbritanniens Geschichte ist keine Geschichte der Isolation. Sie ist eine Geschichte des Einflusses durch Bündnisse. Vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gründung der NATO, von der Unterstützung der euro-atlantischen Erweiterung bis zur Konfrontation mit der russischen Aggression in der Ukraine – London war immer dann stärker, wenn es an der Seite seiner Verbündeten handelte.
Vielleicht ist dies die wichtigste Lehre des Brexit-Jahrzehnts. Souveränität ist ein wichtiger Wert, doch im 21. Jahrhundert reicht sie nicht mehr aus, um Einfluss zu garantieren. In einer Welt, die von Wirtschafts-, Technologie- und Militärblöcken dominiert wird, entsteht Macht durch Partnerschaften.
Und genau deshalb ist ein starkes Großbritannien kein einsames Großbritannien. Es ist ein Großbritannien, das, während es seine Unabhängigkeit bewahrt, sich entscheidet, im politischen, wirtschaftlichen und strategischen Zentrum Europas zu stehen. / Broschüre
Qe kur doli nga Europa, Britania mori tatepjeten. Filloi boshatisja e tregut me mallra Europiane, qe te produktet e ushqimeve e cdo gje. Cmimet u rriten ne stratosfere e perfituan vetem maskarenjte qe e nxiten shkepuitjen, batakcinjte hajdute te upper class.